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Eine Informationskampagne zum fairen Handel

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Pressemitteilungen

Einblicke in den Fairen Handel vor Ort

Reisetagebuch: Prominente "fair feels good."-Paten auf Stippvisite in der Dominikanischen Republik

"Es war beeindruckend zu sehen, was der Faire Handel in den vergangenen Jahren bewirkt hat." Dieses Fazit ziehen Franziska van Almsick, Schirmherrin der "fair feels good."-Kampagne, Schauspielerin Nina Petri und der Moderator und Schauspieler Ole Tillmann aus ihrem Besuch bei Produzenten des Fairen Handels in der Dominikanischen Republik. In ihrem Reisetagebuch berichten die drei prominenten Paten der Infokampagne von ihren Erlebnissen während der viertägigen Reise durch das Karibikparadies.

Freitag, 7. Oktober 2005: Nach neun Stunden Flug landet der Flieger in Puerto Plata, einer von 31 Provinzen im Norden der Dominikanischen Republik. Der Himmel ist bedeckt und die Luft bei 30 Grad Celsius extrem feucht. Es ist Regenzeit auf der Insel. Aber um einen erholsamen Ferienaufenthalt zu verbringen, sind Franziska van Almsick, Nina Petri und Ole Tillmann ohnehin nicht in die Dominikanische Republik gereist. Stattdessen wollen sich die "fair feels good."-Paten persönlich einen Eindruck vom Erfolg des Fairen Handels bei der Bekämpfung der weltweiten Armut machen. Am Flughafen werden sie von Maria Trinidad abgeholt, die im Auftrag der Fair Trade Labelling Organization (FLO) mit den Produzenten des Fairen Handels in der Dominikanischen Republik zusammenarbeitet. Die Dominikanerin hat das Programm vor Ort zusammengestellt und wird während der kommenden Tage die Promis begleiten. Zunächst bringt Maria die Deutschen ins Hotel. Auspacken, eine Kleinigkeit essen, ein Briefinggespräch und früh schlafen gehen, lautet das Programm für den ersten Tag, denn am nächsten Morgen soll die Reise bereits um sechs Uhr weitergehen.

Samstag, 8. Oktober 2005: Während die anderen Gäste des Hotels noch tief schlafen, klingelt bei Franziska, Nina und Ole um fünf Uhr morgens der Wecker. Eine Stunde später sitzen die drei bereits im Bus, der sie gen Süden nach La Vega bringen wird. Dort wollen die "fair feels good."-Paten eine Kaffeeplantage besuchen. Doch bevor die dreistündige Fahrt über holprige Straßen losgeht, muss der Bus vorsorglich aufgetankt werden. Denn auf Grund der knappen Benzinvorräte schließen in der Dominikanischen Republik ab 12 Uhr alle Tankstellen des Landes für den Rest des Wochenendes.

Einblick in die Kaffeeerzeugung
Am späten Vormittag kommen Franziska, Nina und Ole in Guaigui, in der Nähe von La Vega an. Freundlich werden die deutschen Gäste von Kaffeeproduzent Bienvenido Fernandez und seiner Familie begrüßt. Die Kleinbauern produzieren seit zwölf Jahren Kaffee. Seit 1998 arbeiten sie innerhalb der Kooperative Monseñor Romeo für den Fairen Handel. Dank der sozial gerechten Löhne konnten sie sich 2001 ein kleines Haus aus Stein mit eigenem Bad leisten.

Zur Begrüßung bereitet Bienvenidos Frau Luz Patria Tavarez für die Gäste Kaffee aus eigener Herstellung zu. Dabei verrät sie ihr Geheimrezept für den extra Kaffeegenuss. "Die Dominikaner geben Muskatnuss in den gemahlenen Kaffee, wodurch er besonders aromatisch wird und einfach lecker schmeckt", sagt Franzi und nimmt einen großen Schluck Kaffee aus einer bunten Tasse, die mit Weihnachtsmotiven versehen ist.

Ole: Kaffee aus Fairem Handel ist seinen Preis wert
Nach der Kaffeepause geht es für die Promis zur Kaffeeernte. Ein normaler Arbeitstag auf der Plantage hat acht Stunden. Nach dem Pflücken werden die Kaffeefrüchte in Säcke gefüllt und zur Kaffeeverarbeitungsstätte gebracht. "Die Kaffeekirschen kommen zunächst in eine Schälmaschine, wo das rote und grüne Fruchtfleisch abgeschabt und mit Wasser ausgespült wird", erklärt Ole und kippt zusammen mit einem Arbeiter der Fabrik den Kaffeesack in einen großen Bottich. Der gewaschene und geschälte Rohkaffee besteht aus kleinen, weißen Kaffeebohnen, die nun bis zu fünf Tage an der Sonne getrocknet werden.



Für Ole hat sich der Besuch bei den Kaffeeproduzenten auch persönlich ausgezahlt: "Ich habe nicht nur gelernt, wie Kaffee hergestellt wird, sondern auch mit eigenen Augen gesehen, dass der Kaffee aus Fairem Handel seinen Preis wert ist. Denn durch den Fairen Handel kommt der Lohn dort an, wo die Arbeit geleistet wird. Da schmeckt mir mein Kaffee gleich noch besser."

Nina: Der Besuch bestätigt mich in meinem Engagement
Nach getaner Arbeit geht es gegen 17 Uhr zurück ins Hotel. Wieder warten drei Stunden Busfahrt auf die Prominenten. Zeit genug, den ersten Tag in der Dominikanischen Republik Revue passieren zu lassen: "Es war ein wunderschöner und vor allem lehrreicher Tag", resümieren die Promis. "Vor allem war es bemerkenswert, zu sehen, was der Faire Handel bewirkt", so Nina Petri. "Das bestätigt mich in meinem Engagement für diese Kampagne. Der Besuch hier hat gezeigt, das schon mit einem kleinen Beitrag, den man mit dem Kauf fair gehandelter Produkte leistet, eine Menge erreichen kann."



Sonntag, 9. Oktober 2005: Am sonntäglichen Ruhetag steht für die "fair feels good."-Paten Sport auf dem Programm. Heute führt sie die Reise in den Nordosten nach Monte Christi. Nach einem ausführlichen Hindergrundgespräch mit der Fairtrade-Koordinatorin Marike de Peña zur aktuellen sozialen Lage in der Dominikanischen Republik und zur Arbeit auf den Bananenplantagen der Kooperative Banelino geht es weiter zur 30 Kilometer entfernte Bananenplantage Banelino. Die Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss dreier Produzentenorganisationen, die zu einem Großteil Bio-Bananen anbauen. Die Kooperative wurde 1996 gegründet. Ihr gehören rund 230 Kleinbauern an. Mit den Geldern aus dem Fairtrade-Aufschlag hat die Kooperative bereits zahlreiche soziale Projekte realisiert. Neben Schulprojekten werden die Gelder auch in den Kauf von Sportausrüstungen gesteckt. Und die ist beim Baseball, dem Nationalsport in der Dominkanischen Republik, unerlässlich.

Bei der Ankunft auf dem Gelände des Baseball-Vereins der Kooperative Banelino werden die deutschen Gäste herzlich mit Musik und Gesang begrüßt. Nach einer kurzen Einweisung in die Technik testet Franziska ihr Baseball-Talent. "Einfach ist es nicht, den kleinen Ball mit dem Schläger zu treffen, aber es macht Spaß", stellt der ehemalige Schwimmstar fest. "Die komplette Ausrüstung stammt aus Geldern des Fairen Handels. Ich freue mich riesig, dass wir den Kindern hier eine Freude bereiten können und ihnen durch die Fairtrade-Prämie eine schönere Kindheit ermöglichen."

Franziska: Die Reise macht sich bezahlt
Es ist der erste Besuch von Franziska van Almsick bei Produzenten des Fairen Handels. Für die Schirmherrin hat er sich schon jetzt ausgezahlt: "Als ich vor zwei Jahren gefragt wurde, ob ich die Schirmherrschaft für das Projekt übernehmen möchte, habe ich mich erst einmal über den Fairen Handel informieren müssen. So, wie ich damals über die Bedeutung des Fairen Handels aufgeklärt wurde, möchte ich jetzt aufklären und informieren. Durch meinen Besuch vor Ort fällt das leichter, weil ich nun viel anschaulicher berichten kann."



Während Franziska erste Versuche im Baseball-Spielen macht, lässt es sich der begeisterte Fußballfan Ole Tillmann nicht nehmen, eine Runde mit der haitianischen Fußballmannschaft (aus Arbeitern des Nachbarlandes) von Banelino zu kicken. "Es hat riesigen Spaß gemacht, mit den Jungs Fußball zu spielen", berichtet Ole. "Wir haben zwar nicht die gleiche Sprache gesprochen, doch auf dem Feld hat das nichts ausgemacht. Sport verbindet und ich bin begeistert, dass Banelino so etwas wie eine ,Werksmannschaft’ ins Leben gerufen hat."



Montag, 10. Oktober 2005: Wieder beginnt der Tag um fünf Uhr morgens. Franziska, Nina und Ole besuchen heute die Schule "San Francisco de Osis" und die Kindertagesstätte "Conani". Die Kindereinrichtungen gehören ebenfalls zur Kooperative Banelino und werden mit den Fairtrade-Prämien finanziell unterstützt. Hier verbringen die Kinder der Kleinbauern und Produzenten ihren Tag. Sie werden verpflegt und betreut, während die Eltern auf den Plantagen arbeiten. Aber auch allen anderen Kindern der Gemeinde stehen die Einrichtungen offen, auch wenn deren Eltern nicht bei Banelino beschäftigt sind.

"Ohne Bildung hast du keine Zukunft"
Zur Begrüßung der Prominenten singen die Kinder die dominikanische Nationalhymne, bevor sie Franziska ihre Klassenräume zeigen. "Ohne Bildung hast du hier keine Zukunft. Die Schule gibt den Kindern Hoffnung auf eine bessere Zukunft und verhindert, dass sie auf der Straße landen und die Mädchen bereits mit elf oder zwölf Jahren schwanger werden", berichtet Marike de Peña, Fairtrade-Koordinatorin der Kooperative.



Marike erklärt der "fair feels good."-Schirmherrin, wofür die Fairtrade-Prämien eingesetzt werden. "Banelino bezahlt für die Kinder Trinkwasservorräte und das gesamte medizinische Material. Wir zahlen die Schule inklusive Schulkleidung, ohne die kein Kind in die Schule gehen kann. Wenn es nötig ist, zahlen wir auch den Transport zur Schule und einen Teil des Essens, das eigentlich vom Staat bezahlt wird. Doch wenn von denen nichts kommt, kümmern wir uns darum, dass die Kinder ausgewogen ernährt werden."

Harte Arbeit für den Genuss von Bananen
Am Nachmittag geht die Reise weiter zu einer der Bananenplantagen von Banelino. Eine Parzelle bewirtschaftet Carlos Salcedo. Der Kleinbauer führt Nina Petri durch seinen Besitz und zeigt ihr, wie die Bananen von der Plantage in die nahe gelegene Verarbeitungsfabrik gelangen: Die "fair feels good."-Patin lässt es sich nicht nehmen, beim Abtransport der Bananen mitzuhelfen. "Die Arbeit hier ist ein Knochenjob. Wir machen uns kaum Gedanken, was die Menschen leisten, damit wir zu Hause Bananen essen können", stellt die Schauspielerin erstaunt fest, nachdem sie ein etwa 25 Kilogramm schweres Büschel Bananen ein paar Meter weit zum Abtransport getragen hat. Von hier aus werden die Stauden per Pferd über eine Seilwinde zur nächsten Verarbeitungsstätte gezogen, wo die Bananen gewaschen, gewogen, mit dem Fairtrade-Siegel versehen und verpackt werden.



"Durch diese Reise ist mir wieder bewusst geworden, das wir zu gleichgültig mit vielen Alltagsprodukten umgehen und kaum an die Menschen denken, die uns den Genuss von Bananen, Kaffee oder auch Tee ermöglichen", so Nina Petri. "Der Faire Handel hier vor Ort zeigt uns, dass es mehr als fair ist, den Menschen mit dem Kauf von fair gehandelten Bananen für ihre Arbeit zu danken."

Mit dem Besuch bei Banelino endet der viertägige Besuch in der Dominikanischen Republik für die drei prominenten Paten der "fair feels good."-Kampagne. Für alle war es eine lohnende Erfahrung, die Karibikinsel fernab des Touristenidylls zu sehen und sich selbst einen Eindruck vom Leben der Menschen dort zu machen. "Wir werden künftig viel besser vermitteln können, was es heißt: Fairer Handel ist Fairness beim Konsum", so die übereinstimmende Meinung der Drei.

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