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Eine Informationskampagne zum fairen Handel

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z.B. Petra Schwarz
Petra Schwarz"Seitdem ich einige Stationen der Sommertour der...
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Statements

"fair feels good." - Interview mit Wolfgang Thierse

Öko-Adventsmarkt / 21. Dezember 2003 - Berlin, Prenzlauer Berg

Herr Thierse, Sie treten in Ihren viel beachteten Reden stets für Menschenrechte, Demokratie und Zivilcourage ein. Wie kann aus Ihrer Sicht der Faire Handel einen Beitrag leisten? 

Ich sehe darin eine Chance für die Menschen in Deutschland und Europa, etwas ganz Konkretes gegen die Armut in der Welt und in den Entwicklungsländern zu tun. Denn welche Chance haben diese Länder sonst, am Welthandel teilzunehmen? Sie können es vor allem mit ihren wesentlichen Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten. Und dabei müssen sie fair behandelt werden und gegenüber den Produkten der Industrieländer nicht immer benachteiligt werden. Darum geht es, also um Gleichberechtigung zwischen den Ländern, darum kümmert sich der Faire Handel.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse

Glauben Sie, dass die Deutschen in konjunkturschwachen Zeiten bereit sind, mehr Geld für fair gehandelte Produkte auszugeben?

Ich glaube, dass ein beträchtlicher Teil der Deutschen dazu bereit ist. Gewiss nicht alle. Wem es ganz schlecht geht, der hat keinen Sinn dafür, der kauft das Billigste. Aber, dass die Deutschen bereit sind, Solidarität zu üben, das sieht man: Die Deutschen sind Spendenweltmeister, und wir haben in den vergangenen zehn Jahren besonders viele Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen. Ich glaube, wenn man den Menschen erklärt, worum es beim Fairen Handel geht, wird es mehr Leute geben, die bereit sind, ein kleines bisschen mehr für fair gehandelte Produkte zu bezahlen, als für das allerbilligste Produkt.

Wie kann man die Menschen zu fairen Konsumgewohnheiten animieren, und was kann die Politik für einen Fairen Handel tun?

Man muss erklären, worum es beim Fairen Handel geht: Um gleichberechtigte Chancen für die armen Länder in der Welt und für die Länder der südlichen Hemisphäre. Und zweitens muss man ja nicht so tun, als ob man so mildtätig ist. Nehmen wir das Beispiel fair gehandelter Kaffee. Der ist vorzüglich, der ist wirklich gut. Man bringt kein Opfer, wenn man ein solches Produkt kauft - es ist einfach ein gutes Produkt.

Sollten wir unser Konsumverhalten prinzipiell verändern - bewusster konsumieren ?

Das finde ich ohnehin. Denn konsumieren um des Konsumierens willens ist ja ziemlich stumpfsinnig. Auf Qualität und auf ökologische Gesichtspunkte zu achten, das ist schon sehr vernünftig. Um der Zukunft unseres Globus und der Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder willen ist das notwendig. Es wird keinen Frieden auf der Welt geben, wenn es diese riesigen Gegensätze zwischen Arm und Reich auf der Welt gibt. Soziale Gerechtigkeit ist eine Voraussetzung für Frieden auf der Welt.

Sie haben es gerade angesprochen, einen Großteil unserer täglichen Lebensmittel erhalten wir von den Entwicklungsländern. Denken Sie, dass wir zu wenig Respekt gegenüber diesen Menschen haben?

Ich bin ganz sicher, wir wissen zu wenig von ihnen. Wir wissen nicht, wie wenig wir ihnen bezahlen, warum der Kaffee bei uns so billig ist, - weil den Menschen vor Ort so wenig bezahlt wird, und sie im Grunde ausgebeutet werden. Das muss man wissen. Und man muss an die alte Überzeugung erinnern, die unsere Vätergenerationen noch kannte: Für etwas Gutes muss man auch etwas Besseres bezahlen.

Welche fair gehandelten Produkte bevorzugen Sie ?

Ich achte darauf, dass mein Tee und Kaffee fair gehandelt sind. Es gibt ja auch viele andere Dinge, zum Beispiel Textilien, die aus Südamerika oder Asien kommen und wunderschön sind. Man bringt kein Opfer, wenn man diese Produkte kauft, sondern man macht sich eine Freude, indem man sich so etwas kauft.

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